So schmeckt ein guter Kaffee!

19. April 2017 von

Niemand bekommt uns morgens so gut wach wie er: Kaffee! Und nicht nur deshalb, sondern auch wegen seines Aromas gehört er sogar zu den meist konsumiertesten Getränken der Welt. Allein in Deutschland werden in etwa 162 Liter statistisch pro Kopf und Jahr getrunken.

Kaffee – Wirkung
Kaffee ist ein Genussmittel, das eine aufmunternde Wirkung auf unsere Psyche nimmt. Seine anregende Wirkung bezieht sich sogar auf den gesamten Kreislauf. Wenn wir Kaffee konsumieren, weiten sich die Blutgefäße, der Herzschlag wird beschleunigt und die Organe werden besser durchblutet. Besonders Personen mit niedrigem Blutdruck profitieren von einer Tasse Kaffee am Morgen, da er den Kreislauf ordentlich auf Trab bringt. Die Nieren werden durch den Kaffeegenuss angeregt, sodass dies auch harntreibend wirken kann. Und nicht nur deshalb kann man sagen, dass Kaffee den Stoffwechsel anregt, denn Kaffee ist auch wegen seiner verdauungsfördernden Eigenschaften bekannt. Er unterstützt nicht nur die Bewegungen des Darms, sondern er wirkt vor allem auf die Magensäureproduktion und die Gallensekretion stimulierend, was zugleich vor Gallensteinen schützen kann. Wie intensiv jeder einzelne die Wirkungen spürt, hängt vom persönlichen Organismus ab. Das Zauberwort lautet in jedem Fall: Koffein. Es ist die physiologisch wirksamste Substanz im Kaffee. Es stimuliert das zentrale Nervensystem, wir fühlen uns nach einer guten Tasse Kaffee vitaler und können konzentrierter arbeiten.

stoffwechsel

Aber was ist Koffein eigentlich? Es ist eine natürlich in der Kaffeebohne vorkommende chemische Substanz, ein sogenanntes Alkaloid. In hohen Dosen können sie letal wirken, wenn wir sie in Maßen konsumieren, wirken sie auf den Organismus anregend. Grüne Kaffeebohnen enthalten je nach Sorte etwa fünf Prozent Koffein. Arabica enthält generell weniger Koffein als Robusta. Die Wirkung von Kaffee ist unterschiedlich, jeder Organismus nimmt Koffein anders auf – das hängt von der jeweiligen Person und den Lebensgewohnheiten ab. In etwa entfaltet Koffein 20 Minuten nach dem Genuss seine anregende Wirkung. Die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 1 ½ Stunden erreicht. Alles Gewöhnungssache? Ja, der Körper gewöhnt sich an die Zufuhr von Koffein, und wenn er nicht bekommt, was er will, kann er zum Beispiel mit Konzentrationsstörungen oder Kopfschmerzen auf den Mangel reagieren. Nach zwei Tagen verschwinden diese Symptome in der Regel aber wieder, es handelt sich tatsächlich nur um eine Gewöhnung und nicht Abhängigkeit. Übrigens ist Kaffee auch ein Beautybooster: Die durchblutungsfördernden Eigenschaften des Kaffees sorgen dafür, dass ein Peeling mit Kaffee Cellulite abschwächen soll. Die in Rohkaffee reichlich vorhandenen Chlorogensäuren können außerdem bei Kaffeekonsum zur Gewichtsreduktion beitragen. Sie sollen nämlich den Blutzuckergehalt verringern, sodass der Körper Fett verbrennt, wenn er Energie benötigt.

Kaffee Mythen
Rund um das Thema Kaffee brodelt auch ordentlich die Gerüchteküche – aber welche stimmen und welche nicht? Guter Kaffee muss beispielsweise nicht nur aus Arabica-Bohnen bestehen, diese sind zwar vielschichtiger, ausgewogener und feiner im Geschmack, aber oft rundet eine Beimischung von Robusta einen Arabica-Kaffee perfekt ab. Deshalb bestehen auch viele hochwertige Röstkaffees aus einer Mischung aus Arabica- und Robusta-Sorten. Kaffee würde hohen Bluthochdruck verursachen, stimmt auch nicht so ganz, denn Kaffee wirkt zwar auf den Organismus stimulierend, sodass bei manchen morgens nach einer Tasse der Blutdruck ansteigt, aber der hohe Blutdruck bleibt nicht auf Dauer. Und auch das Gerücht, wir sollten vor dem Einschlafen keinen Kaffee trinken, hängt von der Person ab – neueren Studien zufolge sollen ältere Menschen nach einer abendlichen Tasse Kaffee sogar besser einschlafen können, da das enthaltene Koffein die Durch- blutung des Gehirns und damit auch des Schlafzentrums anregt.

Kaffeetrends
Cappuccino und Latte Macchiato sind längst nicht alles – denn der Kaffee ist ein richtiger Trendsetter geworden. Wer in sein will, kennt:

Cascara – Kaffee, Tee und Erfrischungsgetränk
Der Tee aus dem Fruchtfleisch der Kaffeekirsche, als Cascara bekannt, kommt aus dem Spanischen und heißt la cáscara, übersetzt: die Fruchthülle. Gibt es nicht nur getrocknet im Päckchen, sondern auch zunehmend in Bars und Coffee-Shops fertig zubereitet. Vor allem in Lateinamerika sowie in einigen Ländern Afrikas ist der Tee aus Fruchtschalen und -fleisch der Kaffeekirsche beliebt. Und auch als Früchtetee schmeckt das Ergebnis süßlich, mild und fruchtig gut. Da Cascara reichlich Koffein enthält, kommt immer etwas Neues auf den Markt, wie der sogenannte Cascara Sparkling, das Produkt einer Brauerei – der Tee ist mit alkoholfreiem Kölsch, frischem Bio-Limettensaft und Bio-Agavendicksaft abgerundet.

Cold Brew Coffee
Als „Cold Brew“ bezeichnet man Kaffeeaufgüsse mit kaltem Wasser. Für dieses Trendgetränk wird mittelfein gemahlener Kaffee in einem Glaszylinder mit herabtropfendem, eiskaltem Wasser durchfeuchtet und extrahiert. Es dauert satte zehn bis zwölf Stunden bis 750 Milliliter Kaffee „gebrüht“ sind.

Draft Coffee – kalt serviert
Kaffee aus dem Zapfhahn – die Erfinder von der Alchemist Coffee Company betonen, dass es hier auf die Qualität ankommt, deshalb schmeckt es nicht, wie es klingt. Unter einem „Draft Coffee“ versteht man einen kalten Kaffee, der aus dem Fass per Zapfhahn gezapft wird. Das Ergebnis ist ein süßlicher, milder, aromatischer Geschmack, der mit der Art der Zubereitung zusammenhängt. Der Kaffee wird nämlich sofort nach dem Aufbrühen abgekühlt, dann mit Stickstoff versetzt und in Fässer gefüllt.

Ripple Maker
Diesen Trend kennt ihr sicherlich! Das Auge trinkt mit – deshalb zieren neuerdings Herzen, Blätter oder Schwäne unseren Kaffee. Der Barista zaubert ihn auf den Milchschaum – neu: Der Ripple Maker ist ein Automat, der in wenigen Augenblicken ein Motiv nach Wahl auf den Kaffee zaubert. Das können sogar Botschaften, Muster oder Fotos sein.

Milchschaum

Kaffee aus der Waffel
Eis ist längst nicht mehr das Einzige, das wir aus der Waffel genießen – „Coffee in a Cone“ heißt der neue Trend, eine Kreation aus Südafrika: Der Kaffee wird in einer kleinen, mit Schokolade ausgekleideten Eiswaffel, serviert – mhm! Die Kreation des Erfinders Dayne Levinrad ist inzwischen in zahlreichen Cafés in Südafrika erhältlich. Wer in den sozialen Medien daran teilhaben möchte, wird mittels des Hashtags #coffeeinacone fündig.

Kaffee – Rezepte
Klar, wir gehen gerne einen Kaffee trinken. Aber ihr selbst könnt auch zum Barista werden und euch sowie euren Besuch täglich mit tollem Kaffee verwöhnen – einfach DIY bei euch Zuhause! Ich zeige euch sechs tolle Rezepte – vom Klassiker bis zum i-Tüpfelchen in der Kaffee-Runde!

1. Der Espresso

rezept
Foto: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Zubereitung
Bei der Zubereitung von Espresso kommt es auf folgende Punkte an:
Mahlgrad: feine Mahlung
Dosierung: 7–9 Gramm pro Tasse
Druck beim Tampern/Pumpendruck: 9 – 10 bar
Wassermenge: 35 – 40 Milliliter
Durchlaufzeit: etwa 20 Sekunden

Direkt vor der Zubereitung die benötigte Menge Kaffee fein mahlen und in den Siebträger füllen. Den gefüllten Siebträger auf die Tampermatte oder Tamperstation setzen, und den Kaffee leicht mit dem Tamper andrücken. Nun locker mit dem Tamper seitlich gegen den Rand des Siebträgers klopfen, damit am Innenrand des Siebs haftendes Kaffeemehl in das Sieb fällt. Den Tamper fassen, auf den Kaffee in den Siebträger setzen und das Kaffeemehl fest zusammendrücken. Wichtig ist, dass der Kaffee gerade und gleichmäßig in den Siebträger gedrückt wird. Das Kaffeebett muss eben sein.

Den befüllten Siebträger in den Brühkopf einspannen, zwei vorgewärmte Espressotassen oder eine Tasse für einen großen Cappuccino unter den Siebträger stellen und die Pumpe durch den Aususshebel oder durch Knopfdruck aktivieren. Der heiße Espresso läuft in einem dünnen, der Dicke einer Stricknadel ähnelnden Strahl in die Tassen. Er macht idealerweise einen kleinen Bogen dort, wo er die Führungsrinne des Siebträgers verlässt, das sogenannte »Mäuseschwänzchen«, und bildet eine schöne dunkelbraune Crema in der Tasse.

2. Cappuccino und Caffé Latte

caffee latte
Foto: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Cappuccino (Links im Bild)

Zutaten für eine vorgewärmte Cappuccinotasse
1 Espresso (4 cl)
Milch und Milchschaum (etwa 125 ml)
Zubereitung
Den Espresso in die Tasse geben, den Milchschaum so aus der Kanne in die Tasse gießen, dass eine etwa 1 bis 2
Zentimeter dicke und cremige Milchschaumschicht entsteht oder ein wunderschönes Latte-Art-Motiv.

Caffé Latte (rechts im Bild)

Zutaten für eine vorgewärmte Cappuccinotasse
1 Espresso (4 cl)
Milch und Milchschaum (etwa 125 ml)
Zubereitung
Den Espresso in die Tasse geben und den Milchschaum so aus der Kanne in die Tasse gießen, dass eine etwa 0,5 Zentimeter dicke cremige Milchschaumschicht entsteht oder ein schönes Latte-Art-Motiv.

3. Latte Macchiato und Allgäuer Eiskaffee

allgäuer eiscafé
Fotos: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Latte Macchiato (link im Bild)

Zutaten für ein 0,3 l Glas
Milch und Milchschaum (etwa 300 ml)
1 Espresso (4 cl)
Kakaopulver
Zubereitung
Die Kanne mit dem Milchschaum schwenken, sodass sich der dicke Milchschaum, der sich in die Mitte der Kanne zurückgezogen hat, wieder mit dem restlichen Schaum verbindet. Das Latte-Macchiato-Glas schräg halten – wie ein Weißbierglas –, etwa zwei Drittel hoch mit Milchschaum füllen und kurz stehen lassen, damit sich der Schaum oben absetzt. Nun nur den verbliebenen Schaum im Milchkännchen in ein zweites Kännchen umfüllen und das Latte-Macchiato- Glas mit heißer Milch aus dem ersten Gefäß auffüllen. Abschließend den Espresso sachte hineingießen. Er wird sich als braune Schicht zwischen Milch und Schaum absetzen. Nach Belieben mit Kakaopulver bestauben.

Allgäuer Eiskaffee (rechts im Bild)

Zutaten für ein 0,5 l Glas
2 Kugeln Vanilleeis
1 doppelter Espresso (8 cl)
Kalter Michschaum
Zubereitung
Das Eis in das Glas geben, den Espresso darauf gießen und mit kaltem Milchschaum krönen.

4. Espressotini

Kaffee-Cocktail
Foto: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Zutaten für ein
gekühltes Cocktailglas
Eiswürfel
4 cl Wodka
2 cl Kaffeesirup
1 cl weißer Schokoladensirup
2 cl Espresso Roma
Zubereitung
Alles in einen Cocktailshaker füllen, kräftig schütteln und in das Glas gießen.

Kuchen-Rezepte
Und was gehört zu einem guten Kaffee dazu? Natürlich ein leckeres Stück Kuchen – besser geht’s nicht! Für eure nächste Ladies-Runde zeige ich euch zwei tolle Rezepte, die jeden Kaffee noch besser machen!

 1. Tiramisu

italienisch
Foto: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Zutaten dür 4 Portionen
6 frische Eier
150 g Zucker
500 g Mascarpone
2 EL Espresso
2 EL Amaretto
Espresso zum Tränken
1 Packung Löffelbiskuits
Kakaopulver zum Bestauben
Außerdem:
 1 Zuckerthermometer

Zubereitung
Die Eier trennen. Eigelbe mit dem Rührgerät schaumig aufschlagen. Zeitgleich in einem Topf den Zucker mit 40 ml Wasser zum Kochen bringen. Mit einem Zuckerthermometer die Temperatur des Sirups kontrollieren. Wenn der Sirup 118° C erreicht hat, sofort vorsichtig zum Eigelb gießen und die Mischung weiter aufschlagen, bis sie erkaltet ist. Mit dieser Methode werden die Eigelbe pasteurisiert.
Den Mascarpone, den Espresso und den Amaretto hinzugeben. Alles gründlich verrühren, bis eine schöne Creme entsteht. Die Löffelbiskuits in Espresso tunken und in eine Dessertschale legen, mit der Hälfte der Creme abdecken, eine zweite Schicht in Espresso getränkte Löffelbiskuits darauflegen und mit dem Rest der Creme abdecken. Für mindestens zwei Stunden im Kühlschrank kaltstellen. Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestauben.

Apfel Schmand Kuchen

apfelkuchen
Foto: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Zutaten für eine Springform mit 26 cm Ø

Für den Mürbeteig:                                                   Für den Belag
300 g Mehl
                                                                  1 kg Äpfel
120 g Margarine
                                                          ½ TL Zimt
6 g Backpulver
                                                            1 Päckchen Vanillezucker
Mark von 1 Vanilleschote                                            Saft von ½ Zitrone
2 Eier
150 g Zucker

Für den Guss
800 g Schmand
150 g Zucker
80 g Vanille-Puddingpulver
Mark von 1 Vanilleschote
1 Prise Salz
8 Eier
500 ml Milch

Außerdem
Fett für die Form Semmelbrösel zum Bestreuen 50 g gehobelte Mandeln

Zubereitung

Für den Mürbeteig alle Zutaten mischen und zügig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und mit Folie umwickelt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und in feine Scheiben schneiden.
Die Apfelscheiben mit dem Zimt, dem Vanillezucker und dem Zitronensaft vermischen und beiseitestellen.

Für den Guss Schmand, Zucker, Puddingpulver, Vanillemark und Salz vermischen. Eier und Milch zugeben und alles gut verrühren. Den Mürbeteig ausrollen, in die gefettete Springform legen und einen Rand formen. Mit Semmelbröseln bestreuen. Äpfel darüber geben und mit dem Guss auffüllen. Zum Schluss mit den gehobelten Mandeln bestreuen. Im vorgeheizten Ofen etwa 70 Minuten backen, herausnehmen und in der Form abkühlen lassen.

Na, seid ihr auf den Geschmack gekommen? Noch viel mehr tolle Rezepte und alle Infos rund um das Thema findet ihr in der großen Kaffee Bibel. Übrigens auch ein schönes Geschenk zu Muttertag – sollte eure Mutter ein genauso begeisterter Kaffee-Trinker sein, wie ihr!

kaffee-buch

 

Foto Einstiegsbild: Foto: © Christian Verlag / Dinzler Kaffeerösterei

Jetzt teilen

Empfohlene Artikel


Jetzt seid ihr gefragt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Folgt uns auf
Facebook

Folgt uns auf
Instagram

Folgt uns auf
Pinterest