Weihnachtsbräuche in anderen Ländern

22. Dezember 2017 von

1. Weihnachtsbräuche in den Niederlanden.

Wusstet ihr, dass in den Niederlanden die Bescherung bereits am 5. Dezember stattfindet? Ja, bei unseren Nachbarn wird „Sinterklaasavond“ groß gefeiert – mehr als Weihnachten sogar! „Sinterklaas“ ist der Heilige Nikolaus, der in Begleitung seines Knechts Zwarte Piet den Kindern bereits am Nikolaustag die Geschenke überreicht. An Weihnachten – bei den Niederländern „Kerstmis“ – finden dann Kirchenbesuche und Festessen in der Familie statt. Dann werden entweder traditionelle Gerichte mit Wild oder Rindfleisch gegessen oder es gibt Fondue mit „gourmetten“, eine ähnliche Form von Raclette.

2. Weihnachtsbräuche in Italien.

Der frühe Vogel fängt den Wurm: In Italien beginnen die ersten Vorbereitungen für Weihnachten bereits am 8. Dezember – am Tag der Mariä Empfängnis wird das Krippenspiel vorgetragen, und es werden erste Weihnachtsbäume aufgestellt. „Natale“, also das italienische Weihnachten, beginnt dann am Heiligabend mit einem Festessen und Kirchenbesuch, jedoch noch ohne Geschenke. Je nach Region und Volksglauben variiert die Bescherung. In Teilen Italiens werden diese am 25. Dezember vom Christkind oder Weihnachtsmann gebracht. Die Bescherung findet dann am frühen Morgen statt. In vielen Teilen Italiens müssen sich die Kinder jedoch bis zum Tag der Heiligen Drei Könige, dem 6. Januar, gedulden, denn dann werden die Präsente von der Hexe „La Befana“ gebracht und in Schuhen und Strümpfen versteckt.

3. Weihnachtsbräuche in Schweden.

Weihnachten wird in Schweden „Julfest“ genannt und beginnt auch früher als bei uns, und zwar am 13. Dezember, einem wichtigen Tag für das skandinavische Land. Denn am Tag der „Heiligen Lucia“, darf die älteste Tochter einer Familie, verkleidet im weißen Kleid mit rotem Band und einem Kerzenkranz auf dem Kopf, die Familienmitglieder wecken. Genau wie wir Deutschen feiern auch die Schweden dann mit einem üppig geschmückten Weihnachtsbaum am Heiligabend – allerdings mit einem anderen Festschmaus auf dem „Julbord“ – Weihnachtstisch: Hier darf der traditionelle Weihnachtsschinken „julskinka“ nicht fehlen, genauso wie marinierter Hering, verschiedene Wurst, Rotkohl, Schweinesülze, der „Lutefisk“, ein Trockenfisch, der „saffranskakor“, ein Reispudding, und der Glögg, ein Glühwein mit Mandeln und Beeren.

4. Weihnachtsbräuche in Russland.

Hier läuft es ganz anders: In Russland wird Weihnachten am 7. Januar gefeiert – warum? In der russisch-orthodoxen Kirche legt der alte julianische Kalender die Feiertage fest. 40 Tage vor Weihnachten beginnt für die orthodoxen Christen dann die Fastenzeit, die um Null Uhr am 7. Januar endet. Am 6. Januar wird Heiligabend, in Russland „Sochelnik“, gefeiert, bei dem ein langer Gottesdienst zum Brauch gehört. Die Geschenke werden aber schon eine Woche eher an Silvester überreicht und kommen von Väterchen Frost auf einem Schlitten zusammen mit dem Schneemädchen Snegurotschka.

5. Weihnachtsbräuche in Spanien.

Wer kennt es nicht: „Feliz Navidad“ ist eines der wohl fröhlichsten Weihnachtslieder weltweit und sorgt bei den Spaniern an Weihnachten für gute Stimmung. Das westeuropäische Land ist eben sehr gesellig, drum trifft sich die Familie am 24. Dezember, der „Noche Buena“, zu einem mehrgängigen Festmahl, bei dem als Nachtisch das traditionelle „Turrón“ nicht fehlen darf, eine Süßspeise aus gerösteten Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar. Ab 22 Uhr ziehen dann die jungen Leute noch mit ihren Freunden los. Geschenke gibt es aber erst am Tag der Heiligen Drei Könige, also am 6. Januar – in der Noche Buena kommt dagegen die „Urne des Schicksals“ auf den Tisch, in welcher sich sowohl kleine Geschenke als auch ein paar Nieten befinden. Apropos „Los und Nieten“, auch das ist anders: In Spanien findet jedes Jahr am 22. Dezember die Weihnachtslotterie „Sorteo Extraordinario de Navidad“ statt, bei dem ein großer Jackpot gewonnen werden kann – wie praktisch so kurz vorm Fest, oder?

6. Weihnachtsbräuche in China.

In China hat Weihnachten keinen religiösen Stellenwert, da die Christen in der Minderheit sind, und deshalb sind die Weihnachtstage keine gesetzlichen Feiertage. Dennoch üben die westlichen Länder auch auf die chinesischen Weihnachtstraditionen Einfluss aus, sodass viele Einkaufscenter mit Bäumen, Lichtern und Bildern vom Weihnachtsmann festlich geschmückt werden. Anders als in Europa werden die Festtage dann aber nicht im Kreis der Familie gefeiert, sondern vielmehr unter jungen Leuten in Diskotheken und Bars, zum Essen trifft man sich im Restaurant.

7. Weihnachtsbräuche in Brasilien.

Was in Brasilien anders ist? Zunächst einmal: Es gibt keine weiße Weihnacht. Auch wenn Kunstschnee einen anderen Eindruck vermitteln soll. Und dennoch haben deutsche Einwanderer dafür gesorgt, dass Weihnachten in Brasilien mit allem Pipapo richtig gefeiert wird. In Rio de Janeiro, am Stadtsee Lagoa Rodrigo, wird ein riesengroßer schwimmender Weihnachtsbaum von vielen Lichtern beleuchtet. Und auch in den Haushalten stellen die Brasilianer Kunsttannen auf, die sie mit Lametta und Lichtern zieren. Geschenke werden vom Weihnachtsmann, dem „Papai Noël”, an Heiligabend gebracht, in vielen Familien wird auch gerne gewichtelt. An der „Véspera de Natal“ feiern die Menschen im Kreise der Familie mit einem üppigen Festmahl, zum Beispiel einem gefüllten Truthahn und vielen verschiedenen Nachspeisen, während draußen über 30 Grad an Sommer erinnern.

 

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