Die Aufgaben einer Ausbildungsbeauftragten – ein Interview mit Claudia Stegmann

Claudia Stegmann, Ausbildungsbeauftragte

In der BAUR-Gruppe haben wir aktuell über 80 Auszubildende und duale Studenten. Diese haben in jeder Abteilung ihren Ansprechpartner, die sogenannten Ausbildungsbeauftragten. Um mehr über die Tätigkeit des Ausbildungsbeauftragten zu erfahren, habe ich mich mit Claudia Stegmann unterhalten. Sie betreut die Azubis bei I’m walking.

I’m walking ist ein Unternehmen innerhalb der BAUR-Gruppe, das sich auf Schuhe, Taschen und Accessoires fokussiert. Hauptberuflich ist Claudia für die Marketingkommunikation zuständig.

 

 

Hi Claudia, sag mal, wie lang bist du denn schon Ausbildungsbeauftragte und wie bist du dazu gekommen?

2011 bin ich Ausbildungsbeauftragte bei BAUR geworden. Ich habe vor meinem Wechsel ins Unternehmen bereits in einer anderen Firma als Ausbildungsbeauftragte gearbeitet. Nach meiner eigenen Einarbeitung wollte ich diese Tätigkeit gern wieder aufnehmen. Glücklicherweise hat sich dazu auch die Möglichkeit ergeben. Seit 2014 hat sich mein Aufgabengebiet erweitert und ich wähle jetzt auch die zukünftigen Auszubildenden in Assessment Centern und Vorstellungsgesprächen mit aus. In diesem Jahr bin ich innerhalb der BAUR Gruppe zu I’m walking gewechselt und übernehme auch hier die Ausbildungsbetreuung.

Welche Aufgaben bringt der „Job“ denn mit sich?

In der Berufsschule lernen die Azubis viele Prozesse und Themenfelder theoretisch kennen. Unsere Aufgabe ist es, daran anzuknüpfen und ihnen genau diese Inhalte praktisch beizubringen. Gerade im Bereich Online-Marketing gibt es aber auch so rasante Entwicklungen, dass die Lehrpläne der Berufsschulen dem aktuellen Stand nicht immer gerecht werden können. Hier tragen wir als Unternehmen dafür Sorge, dass auch neueste Online-Trends erlernt werden. Wir wollen die Auszubildenden schließlich bestmöglich für ihr späteres Berufsleben vorbereiten.

Zudem koordiniere ich als Ausbildungsbeauftragte die Ausbildungsinhalte unserer Abteilung und stehe den Azubis bei Fragen und Problemen als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Das hört sich echt super an. Welche Ausbildungsberufe lernen denn Azubis, die in eurer Abteilung eingesetzt sind?

Zu uns in die Abteilung kommen Kaufleute für Marketingkommunikation oder Groß- und Außenhandel bzw. ab 2018 Kaufleute im E-Commerce sowie die dualen Studenten BWL. Das klingt jetzt wahrscheinlich nach einem sehr breiten Ausbildungsfeld, aber tatsächlich sind die Aufgaben, die bei uns anfallen, für alle diese Ausbildungen prüfungsrelevant.

Und unterscheiden sich dann die Aufgaben aufgrund von Ausbildungsberuf oder sogar Lehrjahr?

Nein. In unserer Abteilung gibt es keine Unterschiede, hier muss jeder alles lernen! (lacht) Bei unseren Aufgaben spielt das Ausbildungsjahr keine so große Rolle. Hier kommt es viel mehr auf die Persönlichkeit und die Interessen an. Das Tätigkeitsfeld erfordert eine hohe Modeaffinität, Selbstständigkeit, viel Kreativität und ein gewisses Maß an Talent und Freude beim Schreiben von Texten. Wer mit diesen Voraussetzungen zu uns kommt, kann alle Inhalte schnell erlernen.

Auf was legst du bei deinen Azubis besonders Wert, was sollten sie mitbringen?

Ich erwarte, dass sie mit viel Offenheit zu uns kommen. Das beinhaltet für mich sowohl die Freude sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen, aber auch den Mut, Themen, Fragen und Probleme immer sofort anzusprechen und keine Angst davor zu haben Fehler zu machen. Im Lernprozess kann die Erwartungshaltung nicht sein, dass immer alles im ersten Anlauf perfekt ist. Vielmehr geht es darum, sich zu trauen neue Themen anzugehen und ggf. aus Fehlern zu lernen.

Gibt es bei I’m walking regelmäßige Feedback-Termine für die Azubis?

Ja, wir haben jede Woche einen Termin. Ziel dabei ist ein kurzer, zwangloser Austausch. Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass bei Fragen oder Problemen oft eine große Hemmschwelle schon allein bei der Frage nach einem persönlichen Gespräch besteht. Deshalb biete ich das kurze Treffen außerhalb der Abteilung einfach an. Ich möchte damit das Thema Offenheit ganz bewusst leben, damit die Azubis bei uns ein positives Ausbildungserlebnis haben und jeden Morgen gern ins Büro kommen.

Gab es auch schon schwierige Situationen mit Azubis und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Wir hatten bis jetzt immer tolle Azubis mit denen es auch keine Probleme gab. Das liegt vor allem daran, dass wir uns in den Auswahlverfahren viel Zeit nehmen um eine sehr gute Auswahl treffen zu können. Dabei legen wir viel Wert auf engagierte und talentierte Kandidaten. Falls es doch mal zu schwierigen Situationen kommt, gilt es schnellstmöglich zu handeln und eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Es gibt ja in jeder Abteilung einen Azubi-Beauftragten, stehst du denn mit den anderen im Austausch?

Es gibt zwei Mal im Jahr große Veranstaltungen bei denen Themenschwerpunkte, die alle Abteilungen betreffen im Voraus gesammelt und dann in Arbeitsgruppen Lösungsansätze erarbeitet werden. Über Azubis in Person tauschen wir uns weniger aus, damit jeder Abteilungswechsel auch ein Neuanfang sein kann. Allerdings gibt es oft den Fall, dass Auszubildende, die bei mir im Einsatz sind oder waren, mit mir ihre Gedanken über weitere Ausbildungsabteilungen besprechen. Wenn dann der Wunsch nach Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu der Wunschabteilung besteht, helfe ich da natürlich sehr gern weiter.

Dann kommen wir schon zur letzten Frage: Was macht dir besonders viel Spaß an deiner Arbeit als Ausbildungsbeauftragte?

Alles! Ich finde Wissen wird noch wertvoller, wenn wir es teilen, denn das ist meiner Meinung nach eine wichtige Basis für Fortschritt und Weiterentwicklung, sowohl für den Azubi aber auch für uns als Unternehmen. Wir erleben immer wieder, dass Azubis Themen und Prozesse hinterfragen, die wir mit einer gewissen „Betriebsblindheit“ für selbstverständlich halten. Dadurch stoßen sie auch uns an, uns und unsere Arbeit kritisch zu hinterfragen. Deswegen sind unsere Auszubildenden nicht nur eine wirklich große Unterstützung im Tagesgeschäft, sondern auch ein Impulsgeber für uns.

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