Online zum Kunden – Ein Interview mit Verena Appel, Auszubildende zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel

Verena Appel befindet sich im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandel

Quelle „dipolo“ Nürnberg 2017, www.dipolo.de

 „Für mich stand nach dem Abitur fest, dass ich eine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel machen möchte“, erinnert sich Verena Appel. Und Handel fand die 20-Jährige schon immer spannend. „Da BAUR in der Region jedem ein Begriff ist und ich viele Menschen kenne, die dort arbeiten, ist das Unternehmen schnell in meinen Fokus gerückt.“ Die Abiturientin erkundigte sich auf der Webseite der BAUR-Gruppe nach den Anforderungen für die Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel in der Fachrichtung Großhandel.

Ihre Bewerbung reichte sie online ein – kurz darauf wurde sie zum Assessment-Center ins Unternehmen eingeladen. „In einem Speed-Dating lernten wir zunächst Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen kennen, denen wir Rede und Antwort standen. Außerdem musste ich eine kleine Präsentation halten und einen Denksport-Test bestehen“, fasst Verena zusammen. Die Abiturientin überzeugte im Assessment-Center, wie auch im anschließenden Vorstellungsgespräch und erhielt schließlich die Zusage für den Ausbildungsstart im September 2016.

Während ihrer Ausbildung durchläuft Verena nun die unterschiedlichen Abteilungen des Unternehmens. Da E-Commerce, also Online-Handel, der wichtigste Vertriebsweg für baur.de ist, liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf diesem Bereich. „Ab 2018 wird die neue Ausbildung Kaufmann/-frau für E-Commerce angeboten, um den Trend zum Online-Handel noch stärker aufzugreifen“, merkt die Auszubildende an.

Von Einkauf bis Marketing

Während der ersten sechs Monate sammelte Verena im Einkauf für den Bereich Damenschuhe Erfahrungen. „Dort ging es zum Beispiel darum, Liefertermine abzustimmen oder Artikel in den Online-Shop einzupflegen“, erklärt sie. „Schließlich sollen unsere Kunden ein umfassendes Bild von unseren Produkten bekommen. Informationen wie Material, Größe oder Preis sowie aussagekräftige Fotos sind da sehr wichtig.“

Im Anschluss drehte sich alles um das Thema „Soziale Medien“. „Für den Online-Shop ‚I‘m walking‘, der ebenfalls zur BAUR-Gruppe gehört, schrieb ich zum Beispiel Artikel für den Mode-Blog oder verfasste Beiträge für Soziale Medien“, erzählt sie. Auch die statistische Erfassung von Klicks und Kommentaren gehörte zu ihren Aufgaben.

In der Marketingabteilung des Kernunternehmens lernte sie, mit externen Agenturen zusammenzuarbeiten. „Hier schreiben wir die Beiträge für die Social Media-Kanäle nicht selbst, sind aber für die Beauftragung und Koordination zuständig“, erklärt sie. Außerdem suchte sie nach Kooperationspartnern wie Bloggern oder Youtubern, die zur Zielgruppe passen: „Die sogenannten Influencer spielen für die Branche eine immer größere Rolle.“

Azubi-Projekt als Herausforderung

Ergänzt wird die Ausbildung Verena Appel bei der Arbeit :-)durch theoretische Inhalte an der Berufsschule in Lichtenfels. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie „Groß- und Außenhandelsprozesse“, „Betriebs- und gesamtwirtschaftliche Prozesse“ sowie „Kaufmännische Steuerung und Kontrolle“. „Wir lernen alle Abläufe eines Handelsunternehmens kennen“, erläutert sie. Allgemeinbildende Fächer wie Sozialkunde, Deutsch und Englisch runden den Unterricht ab.

Mittlerweile hat Verenas zweites Ausbildungsjahr begonnen, in dem sie bei einem Azubi-Projekt mitarbeiten wird: „Wir haben eine Verkaufs- und Versteigerungsplattform für unsere Mitarbeiter ins Leben gerufen. Dabei arbeiten wir mit einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen zusammen, die handgearbeitete Produkte wie Kissen oder Teelichter herstellen.“

Fachwirt oder Studium?

Bis zum Ende ihrer Ausbildung wird Verena außerdem noch in weitere Abteilungen schnuppern. Welche genau, steht noch nicht fest. „Sicher wird darunter ein Verwaltungsbereich wie die Personalabteilung sein. Interessieren würden mich auch die Disposition und das Controlling“, verrät sie.

Insgesamt dauert die Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel drei Jahre. Da Verena die Hochschulreife besitzt, hätte sie theoretisch die Möglichkeit, die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. Ob sie das möchte, weiß sie noch nicht: „Da wir so viele Abteilungen haben, die wir durchlaufen, halte ich es eventuell für sinnvoller, die vollen drei Jahre zu nutzen.“

Im Anschluss an die Ausbildung, könnte sie sich vorstellen, sich weiterzubilden – ein Studium oder der Fachwirt kämen für sie infrage, „am liebsten berufsbegleitend neben dem Job.“

 

– Infobox –

Ausbildungsberuf: Kauffrau im Groß und Außenhandel, Fachrichtung Großhandel

Ab 2018: Kaufleute im E-Commerce

Unternehmen:  BAUR Versand GmbH & Co. KG

Reguläre Dauer: 3 Jahre

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