Experten vernetzen, Potentiale nutzen – Die BAUR-Gruppe zu Besuch bei OTTO

„Wir können und müssen unser Wissen stärker bündeln!“,

forderte Albert Klein, Geschäftsführer der BAUR-Gruppe, bei der vergangenen Betriebsversammlung im Oktober. Um den kontinuierlich verändernden Kundenbedürfnissen innovativ zu begegnen und alte Denkmuster abzuschütteln gilt es, die eigenen Potentiale zu nutzen und gezielt auszubauen. Wissenstransfer heißt das Schlagwort. Auf Augenhöhe voneinander zu lernen, ist das Ziel.

„Es geht darum, dass die Kolleginnen und Kollegen, die Abteilungen, Bereiche und Firmen in all ihrer Individualität offen werden und dass sie kulturell voneinander lernen.“ Petra Scharner-Wolff, Otto Group, Konzern-Vorstand Finanzen

Um dies zu ermöglichen, befindet sich die Otto Group in Bewegung – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn durch konzernweite Hospitations- und Kollaborationsplattformen kann innovatives Wissen von Experten geteilt und somit möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung zu gestellt werden.

Die Hospitation von Sandra Selig bei otto.de in Hamburg zeigt, dass der konzernweite Kulturwandel von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv mitgestaltet wird. Sandra Selig hat die Gelegenheit genutzt, um eine Woche lang einen Blick in die Arbeitsabläufe ihrer Kolleginnen und Kollegen in Hamburg zu werfen. Welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat, schildert sie im Interview.

„Schnell, unkompliziert und effektiv – so geht Vernetzung heute“ (Unternehmensseite der Otto Group) – Sandra, hast du diese Erfahrung auch bei deiner Hospitation im E-Commerce von otto.de machen dürfen?

Ja, absolut. Es war wirklich ganz einfach. Über das HOW-Programm habe ich ein persönliches Profil angelegt und bei einer gemeinsamen Veranstaltung bin ich mit Dr. Dirk Radtke, Abteilungsleiter im Bereich E-Commerce bei OTTO, in Kontakt gekommen. Auch er ist Mitglied des HOW-Programms und hatte dort auch einen Hospitationsplatz angeboten. Ich habe ihm einfach eine E-Mail geschrieben und sofort eine positive Antwort erhalten. Ich war wirklich begeistert. Schnelle, unkomplizierte und effektive Vernetzung – das kann ich unterschreiben 🙂

Ok, der Kontakt war hergestellt und eine passende Hospitationsstelle gefunden – wie ging es dann weiter?

Dann ging es daran, Absprachen zu treffen. Zunächst musste geklärt werden, wie lange eine Hospitation minimal sinnvoll ist. Unsere Geschäftsführung hat mich dabei unterstützt und am Ende stand fest, dass ich eine Woche in Hamburg hospitieren werde. Dieser Zeitraum hat im Nachhinein auch absolut Sinn gemacht.

Nun war nur noch unklar, wo ich für diese Zeit unterkomme. Am liebsten hätte ich in einer der OTTO-WGs gewohnt. Das hätte mir sehr gut gefallen, weil man sich auch abends hätte austauschen können. Leider gab es zum entsprechenden Zeitraum keine Angebote dieser Art. Auch die Möglichkeit, bei Kolleginnen und Kollegen in Hamburg zu übernachten, hat leider nicht geklappt, sodass ich schließlich im Hotel untergekommen bin.

Nun bin ich gespannt: Wie verliefen deine Tage vor Ort, nachdem alles vorbereitet war?

Ich war auch sehr gespannt und hatte große Erwartungen. Und ich muss sagen, diese wurden weit übertroffen. Ich wurde sehr freundlich in Empfang genommen. Dirk war mein Ansprechpartner vor Ort und hatte sich im Vorfeld Gedanken gemacht, wie er mich mit interessanten Experten connectet – und das im gesamten Bereich E-Commerce. Ich hatte beispielsweise die Gelegenheit, Meetings zu besuchen, mich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ihre Arbeit auszutauschen und habe auch einen eigenen Zugang zu internen Systemen wie confluence bekommen. Von dieser Offenheit war ich sehr begeistert. Dadurch konnte ich ganz tief in Prozesse und Strukturen eintauchen. Wie arbeiten die Kolleginnen und Kollegen zusammen? Welche Rahmenbedingungen benötigt es dafür? Was sind Fragestellungen, die gerade relevant sind? Das waren Fragen, denen ich durch die Hospitation nachgehen konnte und auf die ich Antworten gefunden habe.

Du sagst, du hattest hohe Erwartungen… Was hast du dir von der Hospitation erhofft?

empiriecom befindet sich im Wandel und ich wusste, dass der Bereich E-Commerce bei OTTO bereits seit langem in agilen Teams arbeiten. Ich wollte wissen, wie diese Teams funktionieren und wie die Arbeits- und Teamprozesse konkret gestaltet sind. Ich war mir sicher, dass ich durch eine Hospitation viele hilfreiche Erfahrungen mitnehmen kann und das habe ich auch. Das ist nicht zuletzt der Offenheit der Kolleginnen und Kollegen in Hamburg zu verdanken. Diese haben mir für eine Woche die Gelegenheit gegeben, ein Teil des E-Commerce Teams zu sein und so konnte ich hautnah erleben, wie sich bestimmte Arbeitsstrukturen auf das Miteinander und auf Arbeitsprozesse auswirken.

Was hast du für dich und dein Team mitnehmen können?

Neben vielen hilfreichen Kontakten für mich und mein Team habe ich vor allem einen Leitspruch mitgenommen: „Arbeiten am System ist genauso wichtig wie Arbeiten im System“

Dieser trifft genau das, was wir brauchen. Dabei unterscheiden wir uns im Grunde auch nicht wesentlich von den Kolleginnen und Kollegen in Hamburg – nur gehen diese mit einem noch größeren Selbstverständnis mit Chancen und Veränderungen um. Der Leitspruch macht deutlich, dass das Arbeiten „am System“ – also die Weiterentwicklung unseres Miteinanders und unserer Zusammenarbeit – genauso wichtig ist, wie die Weiterentwicklung der Plattform selbst. Ich denke nur so können wir weiter erfolgreich unsere Plattform voranbringen – nämlich gemeinsam.

Was war dein persönlicher “Aha“-Moment während deines Hamburg-Besuchs?

Sandra Selig mit dem Team von Dr. Dirk Radtke (Prozess Management & Organisational Development) vor Kanban Board des Bereichs E-Commerce bei Otto.de

Mein „Aha“-Moment war die Prozess- und Kommunikationskultur durch Kanban und SCRUM. Alle Teams arbeiten mit individuellen Boards und es gibt auch ein Bereichs-Board, an dem sich alle regelmäßig treffen, um sich Überblick über die aktuell bearbeiteten Themen im Bereich E-Commerce zu verschaffen. Durch solche Boards kann man sofort erkennen: ist unser workload gerade zu hoch oder genau richtig, um effektive Ergebnisse zu erzielen. So ein Board gibt es nun auch in unserem Team und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ebenfalls begeistert.

Was würdest du abschließend sagen, unterscheidet eine Hospitation von anderen Formen des konzernübergreifenden Austausches?

Die Qualität des voneinander Lernens ist eine andere. Wir bei empiriecom suchen schon seit Langem den konzernübergreifenden Austausch auf fachlicher Ebene. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen und ich haben bereits Kontakte innerhalb der Otto Group geknüpft und tauschen uns via Telefon- oder Webkonferenzen über gemeinsame Themen aus. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Eine Hospitation bietet darüber hinaus jedoch noch viel größere Chancen des Wissenstransfers. Deshalb kann ich diese Art des Networkings sehr empfehlen – insbesondere dann, wenn es z.B. um Arbeitsprozesse geht. Eine Hospitation lohnt sich jederzeit!

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