„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“…

… so ein altes chinesisches Sprichwort. BAUR hat sich für die zweite Variante entschieden und zur Begleitung des Kulturwandels Anfang 2016 das Kulturwandel-Team ins Leben gerufen.

Johannes HaafBereits zwei Mal haben wir hier auf dem Jobs Blog vom Thema Kulturwandel berichtet. Startschuss des Kulturwandels bei BAUR war die Einführung der Duz-Kultur im Zuge dessen die Geschäftsführung allen Mitarbeitern das Du angeboten hat. Ein weiterer Artikel handelt vom sogenannten Kultur-Rad. Dies ist ein Messinstrument mithilfe dessen jede einzelne Abteilung ihre Einschätzung dazu abgeben kann, wie die vier Unternehmenswerte von BAUR – ehrlich, wertschätzend, kundenorientiert, erfolgsorientiert – im Moment gelebt und von jedem Mitarbeiter persönlich empfunden werden.

Johannes Haaf, der eine Ausbildung zum Informatikkaufmann bei BAUR absolvierte, arbeitet seit Beginn 2016 als Innovation Manager und gestaltet den Kulturwandel aktiv mit. Ich habe ihn zum Interview getroffen und mir vom Kulturwandel-Team, umgesetzten Initiativen und seinen Eindrücken berichten lassen.

 Was war der Auslöser für die Gründung eines Kulturwandel-Teams und nach welchen Kriterien wurde es zusammengestellt?

Die Otto Group hat mit ihrem Startschuss zum Kulturwandel den groben Rahmen vorgegeben. Dies war ein wichtiger Impuls für die BAUR-Gruppe, wenn auch nicht der konkrete Auslöser. Letztendlich hat die BAUR-Gruppe selbst die Notwendigkeit nach Veränderung erkannt und zur Unterstützung das Kulturwandel-Team ins Leben gerufen. Bei der Zusammenstellung wurde darauf geachtet, ein bunt gemischtes Team zu bilden, das aus Mitarbeitern aller Hierarchiestufen, Tochterunternehmen, Abteilungen und Funktionen zusammengesetzt ist. Nur so kann ein Kulturwandel, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven, gelingen. Das Kulturwandel-Team besteht im Kern aus ca. 20 Personen, die sich in der Regel zwei Mal pro Monat zu kurzen Abstimmungen oder ganztägigen Workshops treffen. Diese werden gelegentlich durch externe Fachleute unterstützt und vom Moderator Jochen Schlicht, der bereits mehrere Kulturwandelprozesse in anderen Unternehmen betreut hat, begleitet.

Welche Ziele verfolgt das Kulturwandel-Team?

Unser Ziel ist es, die Denk- und Handlungsweisen der Mitarbeiter im Unternehmen hin zu einer offeneren, moderneren und mutigeren Unternehmenskultur zu ändern. Der Kulturwandel ist kein vorgefertigter Plan, den man von A bis Z abarbeiten kann und der anschließend fertig ist. Vielmehr ist es ein dauerhafter Prozess, der sich stetig weiterentwickelt und der neben internen auch immer durch externe Faktoren wie die Digitalisierung beeinflusst wird. Wissenstransfer ist beispielsweise ein wichtiges Thema. Der stetige Austausch und die Weitergabe von Know-how zwischen den verschiedenen Mitarbeitern und Abteilungen ist für ein erfolgreiches Unternehmen unabdingbar. Wir möchten ihn effizienter gestalten und werden bald eine neue Initiative zu diesem Thema vorstellen. Zu viel verraten kann ich allerdings noch nicht – man darf also gespannt sein.

Am Anfang war das „Du“ – was ist der Status Quo?

Globale Initiativen, die sich über alle Ebenen der BAUR-Gruppe erstrecken, wie die Einführung der DU-Kultur oder die Etablierung des Kultur-Rads wurden bereits umgesetzt und sind nun in vollem Gange. Zudem wurde ein Leitfaden für eine neue Meeting-Kultur erstellt und an alle Abteilungen ausgehändigt. Er soll dabei helfen, sich über den Nutzen, die Notwendigkeit und die bestmögliche Gestaltung des Meetings im Vorfeld klar zu werden, um es insgesamt effektiver zu gestalten. Um den Wandel stärker in die einzelnen Abteilungen zu tragen, wurde ein Lenkungskreis, bestehend aus der Geschäftsführung und den Bereichsleitern, gebildet. Dieser erfragt in regelmäßigen Abständen den Fortschritt in den einzelnen Abteilungen und treibt den Kulturwandel dadurch zusätzlich mit an.

Eine weitere Initiative, die gerade in Planung ist, heißt „mySession“. Es ist ein Format von Mitarbeitern für Mitarbeiter und soll den Wissensaustausch in der BAUR-Gruppe fördern. Ein Mitarbeiter, der sich beispielsweise überdurchschnittlich gut mit dem Programm Excel auskennt, kann eine eigene „mySession“ auf die Beine stellen. Er ist selbst für die Organisation des persönlichen Treffens zuständig und kann in ungezwungener Atmosphäre eigene Tipps und Tricks an Kollegen weitergeben. Daneben wurde inzwischen der Investitionsantrag digitalisiert und auch der Urlaubsantrag kann mittlerweile per digitalem Workflow beantragt werden. Dieser wird dabei über das Intranet an den jeweiligen Verantwortlichen gesendet, anschließend an das Abrechnungssystem versandt und vereinfacht somit den gesamten Prozess der Urlaubsbeantragung.

An dieser Stelle ist es mir jedoch wichtig noch einmal zu betonen, dass die umgesetzten Maßnahmen nicht alleine den Kulturwandel ausmachen, sondern lediglich als Hilfsmittel dienen.

Wie können sich die Mitarbeiter aktiv am Kulturwandel der BAUR-Gruppe beteiligen?

Im Intranet gibt es eine Plattform, auf der alle Infos rund um den Kulturwandel gebündelt sind. Es gibt ein Forum, in dem jeder Mitarbeiter seine Fragen und Ideen veröffentlichen oder sich an bestehenden Diskussionsrunden beteiligen kann. Daneben kann man Artikel zu aktuellen Themen des Kulturwandels nachlesen oder seine Anregungen dem Team per E-Mail zukommen lassen. Wirklich jeder – vom Azubi bis zum Bereichsleiter – kann sich aktiv beteiligen. Der wertvollste Beitrag, den ein Mitarbeiter zum Kulturwandel leisten kann, ist es in der eigenen Abteilung Verbesserungen anzuschieben. Schließlich weiß jeder Mitarbeiter selbst, an welchen Stellen noch Verbesserungspotenzial im täglichen Umfeld liegt.

Wie lautet dein Appell an alle Mitarbeiter der BAUR-Gruppe hinsichtlich eines erfolgreichen Kulturwandels?

Der Kulturwandel ist nicht eine Liste mit Punkten, die von uns als Kulturwandel-Team vorgegeben und umgesetzt werden müssen. Viel wichtiger ist es, einen Umdenkprozess bei jedem Einzelnen zu erreichen. Jeder Mitarbeiter sollte Probleme offen ansprechen können, aufgeschlossen für Veränderung sein, selbst handeln und sein Wissen teilen wollen.

Warte nicht darauf, dass dir jemand etwas zu tun vorgibt, sondern ergreife selbst die Initiative – getreu dem Motto: Sei die Kultur, die du sehen möchtest.

 

Vielen Dank für das Interview Johannes und weiterhin viel frischen Wind, um die Windmühlen und somit den Kulturwandel weiter voranzutreiben.

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