26. September 2018| Rezepte

Ingwer

Ingwer – der Allrounder für Medizinschränkchen und Küche

Ingwer
Er ist vielleicht nicht hübsch, hat sich jedoch sowohl in der Medizin als auch in der Küche als kleiner Superstar etabliert: der Ingwer. Die aromatisch-würzige Knolle ist ein beliebtes Küchengewürz und wurde 2018 sogar zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Hier erfährst du, wie Ingwer zu deiner Gesundheit beitragen kann und du mit ihm ganz neue Geschmackserlebnisse kreierst. Außerdem zeigen wir dir, wie du ihn zu Hause ganz einfach selbst anbaust. 

Ingwer als Heilpflanze

Ingwer als Heilpflanze
In der asiatischen Medizin wird Ingwer schon seit Jahrtausenden zur Linderung verschiedenster Leiden eingesetzt. Mittlerweile bestätigen wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit der Knolle. Seit einiger Zeit wird Ingwer auch bei uns als probates Mittel gegen Erkältungen, Übelkeit und Schmerzen geschätzt. Außerdem unterstützt dich Ingwer beim Abnehmen und beim Entschlacken.

Wirkung und Anwendung von Ingwer

Ingwertee
Die unscheinbare Ingwerknolle ist reich an Vitamin C und Vitamin B6 sowie wichtigen Mineralstoffen wie Eisen und Kalium. Darüber hinaus enthält Ingwer eine Reihe an ätherischen Ölen und Scharfstoffen – die sogenannten Gingerole und Shogaole. All diese Inhaltsstoffe wirken bei unterschiedlichen Anwendungsgebieten lindernd und unterstützend.  

Schmerzen

Ingwer wirkt nachweislich entzündungshemmend und schmerzstillend. So hemmt Ingwer beispielsweise das gleiche Enzym
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wie Acetylsalicylsäure – der Wirkstoff von Aspirin. Ingwer kann daher sehr gut gegen Kopfschmerzen und Migräne angewendet werden. Aber auch bei Muskelschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Rheuma und Arthrose kann die Behandlung mit Ingwer Linderung verschaffen. Die Einnahme ist dabei in Form von Tabletten, als Kapseln oder Öl möglich. Du kannst auch ein paar dünne Scheiben frischen Ingwers in 200 ml Fruchtsaft bzw. Tee mischen oder ihn direkt kauen.

Übelkeit

Bereits die Seefahrer früher schworen auf die Kraft der Ingwerknolle gegen die Seekrankheit. Studien beweisen, dass die Inhaltsstoffe

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des Ingwers Übelkeit und Brechreiz vermindern – er wird deshalb sogar zur Linderung von Nebenwirkungen in der Chemotherapie eingesetzt. Die Einnahme des Ingwers erfolgt vorzugsweise als Tee, in Tabletten oder Kapselform. Nicht geeignet ist Ingwer bei einer virusbedingten Übelkeit oder einem Magen-Darm-Infekt.

Abnehmen und Entschlacken

Die in der Ingwerknolle enthaltenen Scharfstoffe kurbeln den Stoffwechseln an, erhöhen die Durchblutung und unterstützen die Verdauung –

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das steigert den Kalorienverbrauch. Außerdem hilft Ingwer beim Abtransport und bei der Ausscheidung von Gift- und Schadstoffen aus dem Körper. Hierfür morgens auf nüchternen Magen zwei bis drei Gläser heiß aufgebrühtes Ingwerwasser oder -Tee aus der frischen Knolle trinken.

Erkältung

Die Inhaltsstoffe von Ingwer sind ein richtiger Immunsystembooster: Die Scharfstoffe in der Knolle regen die Durchblutung an,

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wodurch sich Krankheitserreger schwerer festsetzen können. Hat der Infekt bereits Fuß gefasst lindert Ingwer durch seine fiebersenkende und antibakterielle Wirkung die Symptome. Bei einer Erkältung empfiehlt sich die Beigabe von Ingwer in deinen Tee – frisch oder in Form eines Sirup – oder auch in eine heiße Hühnerbrühe.

Nebenwirkungen von Ingwer

Ingwer hat kaum nennenswerte Nebenwirkungen, wobei empfohlen wird eine Menge von 50 g frischem Ingwer bzw. 5g Ingwerpulver pro Tag nicht zu überschreiten. Eine Überdosierung kann zu Blähungen, Durchfall oder Sodbrennen führen. Aufgrund seiner blutverdünnenden und blutdrucksteigernden Wirkung solltest du die Einnahme von Ingwer bei Bluthochdruck und bei anderweitiger Medikation mit deinem Arzt abklären. Gleiches gilt für Schwangere, da die Inhaltsstoffe von Ingwer Wehen auslösen können.

Ingwerwasser & Ingwertee selbst kochen

Sowohl Ingwertee als auch Ingwerwasser werden auf Basis des Wurzelstocks der Ingwerpflanze zubereitet. Ingwerwasser besteht nur aus Wasser und frischem oder getrocknetem Ingwer. Werden dem Ingwerwasser noch weitere Zutaten hinzugefügt, wie etwa Kräuter oder Süßungsmittel, so spricht man von Ingwertee.

Rezept Ingwerwasser

Ingwerwasser kannst du zu Hause ganz einfach selbst herstellen: Für einen halben Liter schneidest du ein circa daumengroßes Stück frischen, gewaschenen und geschälten Ingwer (unbehandelt auch ungeschält) in dünne Scheiben oder zerreibst ihn. Anschließend den Ingwer mit kochendem Wasser

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aufgießen und für 10 bis 20 Minuten ziehen lassen. Je länger du ihn ziehen lässt, desto schärfer wird das Ingwerwasser im Geschmack. Ingwerwasser kannst du sowohl heiß als auch kalt trinken.
Ingwerwasser

Heißer Zitronen-Ingwer-Tee mit Kurkuma

Zum Rezept
TIPP
Ingwersirup
In Form eines Sirup lässt sich Ingwer sehr gut haltbar machen. Mit ihm kannst du deinen Tee abschmecken, Limonade machen oder ihn zum Verfeinern von Suppen und Obsalaten verwenden. Abgefüllt in eine hübsche Flasche, ist Ingwersirup auch eine tolle Geschenkidee.

Ingwer als Küchengewürz

Der Ingwer ist aufgrund seines würzigen Geschmacks und der angenehmen Schärfe eine Bereicherung für jede Küche. Dabei ist die Knolle vielseitig einsetzbar: Ihre fruchtige Note passt hervorragend zur asiatischen Küche, der herbe Geschmack ergänzt auf spannende Weise auch süßlichere Zutaten wie Karotten, Kürbis und Süßspeisen.
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Kürbissuppe mit Ingwer

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Gebratener Lachs mit frischem Ingwer auf Gurkensalat

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Apfel-Rosenkuchen mit Ingwer

TIPP

Ingwer hat einen starken Geschmack, deshalb solltest du vorsichtig bei der Menge sein, die du verwendest. Beispielsweise kannst du ein paar Scheiben Ingwer in der Pfanne anbraten, diese anschließend wieder entfernen und in dem Sud Gemüse, Fisch oder Fleisch zubereiten. Oder du gibst ein paar Scheiben Ingwer und Senfkörner bei Kurzgebratenem dazu. So erhält dein Gericht eine feine Ingwernote ohne es zu überlagern.

Ingwer zu Hause selbst anbauen

Frischen Ingwer kannst du im Supermarkt oder Biomarkt deines Vertrauens kaufen. Du kannst ihn jedoch auch ganz leicht zu Hause selbst anbauen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr.
Ingwer Zuhause anbauen
  1. Schneide ein etwa fünf Zentimeter großes Stück von einer unbehandelten Ingwerknolle ab.
  2. Lege das Ingwerstück als Keimhilfe über Nacht in lauwarmes Wasser.
  3. Fülle einen breiten, flachen Blumentopf zu zwei Dritteln mit nährstoffreicher Erde.
  4. Setze das Stück Ingwerknolle mit der Schnittfläche nach unten in die Erde und bedecke es mit einer circa 2 cm dicken Erdschicht.
  5. Die Erde anschließend vorsichtig anfeuchten – am besten mit einer Sprühflasche.
  6. Damit der Ingwer ausreichend Luftfeuchtigkeit bekommt, kannst du den Topf mit Lebensmittelfolie locker abdecken.
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7. Stelle den Topf an einen hellen, warmen Ort; ohne direkte Sonneneinstrahlung.
8. Die Erde leicht feucht halten. Achte darauf, dass sie nicht anfängt zu schimmeln.
9. Sobald ein grüner Trieb durch die Erde spitzt, ist es an der Zeit,
    die Pflanze in einen größeren Behälter umzutopfen.
10. Stelle die Pflanze anschließend an einen sehr sonnigen Ort und gieße sie
    regelmäßig.
11. Nach etwa sieben bis neun Monaten verfärben sich die Blätter gelb – jetzt kannst
    du deine Ingwerknolle ernten.

Ingwer richtig lagern

Damit deine Ingwerknolle möglichst lange frisch und saftig bleibt, solltest du sie luftdicht verschlossen – zum Beispiel in einem Gefrierbeutel oder in Alufolie verpackt – im Kühlschrank lagern. So hält sich Ingwer bis zu drei Wochen. Darüber hinaus lässt er sich sehr gut ungeschält am Stück, aber auch geschält und in Stücken geschnitten einfrieren.

Fit und gesund durchs Jahr

super

ging so

gar nicht